Monday, January 15, 2007

Lunedì, cultura...

J. W. Goethe


------------------------------------------------------------------

TEDESCO

------------------------------------------------------------------


Die Braut von Korinth


------------------------------------------------------------------

Nach Korinthus von Athen gezogen

Kam ein Jüngling, dort noch unbekannt.

Einen Bürger hofft' er sich gewogen;

Beide Väter waren gastverwandt,

Hatten frühe schon

Töchterchen und Sohn

Braut und Bräutigam voraus genannt.

Aber wird er auch willkommen scheinen,

Wenn er teuer nicht die Gunst erkauft?

Er ist noch ein Heide mit den Seinen,

Und sie sind schon Christen und getauft.

Keimt ein Glaube neu,

Wird oft Lieb' und Treu

Wie ein böses Unkraut ausgerauft.

Und schon lag das ganze Haus im stillen,

Vater, Töchter, nur die Mutter wacht;

Sie empfängt den Gast mit bestem Willen,

Gleich ins Prunkgemach wird er gebracht.

Wein und Essen prangt,

Eh er es verlangt;

So versorgend wünscht sie gute Nacht.

Aber bei dem wohlbestellten Essen

Wird die Lust der Speise nicht erregt;

Müdigkeit läßt Speis' und Trank vergessen,

Daß er angekleidet sich aufs Bette legt;

Und er schlummert fast,

Als ein seltner Gast

Sich zur offnen Tür herein bewegt.

Denn er sieht, bei seiner Lampe Schimmer

Tritt, mit weißem Schleier und Gewand,

Sittsam still ein Mädchen in das Zimmer,

Um die Stirn ein schwarz- und goldnes Band.

Wie sie ihn erblickt,

Hebt sie, die erschrickt,

Mit Erstaunen eine weiße Hand.

Bin ich, rief sie aus, so fremd im Hause,

Daß ich von dem Gaste nichts vernahm?

Ach, so hält man mich in meiner Klause!

Und nun überfällt mich hier die Scham.

Ruhe nur so fort

Auf dem Lager dort,

Und ich gehe schnell, so wie ich kam.

Bleibe, schönes Mädchen! ruft der Knabe,

Rafft von seinem Lager sich geschwind:

Hier ist Ceres', hier ist Bacchus' Gabe,

Und du bringst den Amor, liebes Kind!

Bist vor Schrecken blaß!

Liebe, komm und laß,

Laß uns sehn, wie froh die Götter sind!

Ferne bleib, o Jüngling! bleibe stehen,

Ich gehöre nicht den Freuden an.

Schon der letzte Schritt ist, ach! geschehen

Durch der guten Mutter kranken Wahn,

Die genesend schwur:

Jugend und Natur

Sei dem Himmel künftig untertan.

Und der alten Götter bunt Gewimmel

Hat sogleich das stille Haus geleert.

Unsichtbar wird Einer nur im Himmel

Und ein Heiland wird am Kreuz verehrt;

Opfer fallen hier,

Weder Lamm noch Stier,

Aber Menschenopfer unerhört.

Und er fragt und wäget alle Worte,

Deren keines seinem Geist entgeht.

Ist es möglich, daß am stillen Orte

Die geliebte Braut hier vor mir steht?

Sei die Meine nur!

Unsrer Väter Schwur

Hat vom Himmel Segen uns erfleht.

Mich erhälst du nicht, du gute Seele!

Meiner zweiten Schwester gönnt man dich.

Wenn ich mich in stiller Klause quäle,

Ach! in ihren Armen denk an mich,

Die an dich nur denkt,

Die sich liebend kränkt;

In die Erde bald verbirgt sie sich.

Nein! bei dieser Flamme sei's geschworen,

Gütig zeigt sie Hymen uns voraus,

Bist der Freude nicht und mir verloren,

Kommst mit mir in meines Vaters Haus.

Liebchen, bleibe hier!

Feire gleich mit mir

Unerwartet unsern Hochzeitschmaus!

Und schon wechseln sie der Treue Zeichen:

Golden reicht sie ihm die Kette dar,

Und er will ihr eine Schale reichen,

Silbern, künstlich, wie nicht eine war.

Die ist nicht für mich;

Doch, ich bitte dich,

Eine Locke gib von deinem Haar.

Eben schlug dumpf die Geisterstunde,

Und nun schien es ihr erst wohl zu sein.

Gierig schlürfte sie mit blassem Munde

Nun den dunkel blutgefärbten Wein;

Doch vom Weizenbrot,

Das er freundlich bot,

Nahm sie nicht den kleinsten Bissen ein.

Und dem Jüngling reichte sie die Schale,

Der, wie sie, nun hastig lüstern trank.

Liebe fordert er beim stillen Mahle;

Ach, sein armes Herz war liebekrank.

Doch sie widersteht,

Wie er immer fleht,

Bis er weinend auf das Bette sank.

Und sie kommt und wirft sich zu ihm nieder:

Ach, wie ungern seh' ich dich gequält;

Aber, ach! berührst du meine Glieder,

Fühlst du schaudernd, was ich dir verhehlt.

Wie der Schnee so weiß,

Aber kalt wie Eis

Ist das Liebchen, das du dir erwählt.

Heftig faßt er sie mit starken Armen,

Von der Liebe Jugendkraft durchmannt:

Hoffe doch bei mir noch zu erwarmen,

Wärst du selbst mir aus dem Grab gesandt!

Wechselhauch und Kuß!

Liebesüberfluß!

Brennst du nicht und fühlest mich entbrannt?

Liebe schließet fester sie zusammen,

Tränen mischen sich in ihre Lust;

Gierig saugt sie seines Mundes Flammen,

Eins ist nur im andern sich bewußt.

Seine Liebeswut

Wärmt iht starres Blut;

Doch es schlägt kein Herz in ihrer Brust.

Unterdessen schleichet auf dem Gange

Häuslich spät die Mutter noch vorbei,

Horchet an der Tür und horchet lange,

Welch ein sonderbarer Ton es sei:

Klag- und Wonnelaut

Bräutigams und Braut

Und des Liebestammelns Raserei.

Unbeweglich bleibt sie an der Türe,

Weil sie erst sich überzeugen muß,

Und sie hört die höchsten Liebesschwüre,

Lieb' und Schmeichelworte mit Verdruß-

Still! der Hahn erwacht!-

Aber morgen Nacht

Bist du wieder da? - und Kuß auf Kuß.

Länger hält die Mutter nicht das Zürnen,

Öffnet das bekannte Schloß geschwind:

Gibt es hier im Hause solche Dirnen,

Die dem Fremden gleich zu Willen sind?-

So zur Tür hinein.

Bei der Lampe Schein

Sieht sie - Gott! sie sieht ihr eigen Kind.

Und der Jüngling will im ersten Schrecken

Mit des Mädchens eignem Schleierflor,

Mit dem Teppich die Geliebte decken;

Doch sie windet gleich sich selbst hervor.

Wie mit Geists Gewalt

Hebet die Gestalt

Lang und langsam sich im Bett empor.

Mutter! Mutter! spricht sie hohle Worte,

So mißgönnt ihr mir die schöne Nacht!

Ihr vertreibt mich von dem warmen Orte,

Bin ich zur Verzweiflung nur erwacht?

Ist's Euch nicht genug,

Daß ins Leichentuch,

Daß Ihr früh mich in das Grab gebracht?

Aber aus der schwerbedeckten Enge

Treibet mich ein eigenes Gericht.

Eurer Priester summende Gesänge

Und ihr Segen haben kein Gewicht;

Salz und Wasser kühlt

Nicht, wo Jugend fühlt;

Ach! die Erde kühlt die Liebe nicht.

Dieser Jüngling war mir erst versprochen,

Als noch Venus' heitrer Tempel stand.

Mutter, habt Ihr doch das Wort gebrochen,

Weil ein fremd, ein falsch Gelübd' Euch band!

Doch kein Gott erhört,

Wenn die Mutter schwört,

Zu versagen ihrer Tochter Hand.

Aus dem Grabe werd' ich ausgetrieben,

Noch zu suchen das vermißte Gut,

Noch den schon verlornen Mann zu lieben

Und zu saugen seines Herzens Blut.

Ist's um den geschehn,

Muß nach andern gehn,

Und das junge Volk erliegt der Wut.

Schöner Jüngling! kannst nicht länger leben;

Du versiechest nun an diesem Ort.

Meine Kette hab' ich dir gegeben;

Deine Locke nehm' ich mit mir fort.

Sieh sie an genau!

Morgen bist du grau,

Und nur braun erscheinst du wieder dort.

Höre, Mutter, nun die letzte Bitte:

Einen Scheiterhaufen schichte du;

Öffne meine bange kleine Hütte,

Bring in Flammen Liebende zu Ruh;

Wenn der Funke sprüht,

Wenn die Asche glüht,

Eilen wir den alten Göttern zu.


------------------------------------------------------------------

ITALIANO

------------------------------------------------------------------


La sposa di Corinto


-------------------------------------------


Un giovane venne da Atene a

Corinto, qui ancora non sapevano chi era.

Sperava nel favore di un cittadino;

i padri erano stati ospiti a vicenda,

avevano deciso da tempo

che figlia e figlio dovevano

essere nel futuro moglie e marito.

Ma sarà anche il benvenuto, se a caro

prezzo il favore non acquista?

Lui, con i suoi, è ancora pagano,

gli altri battezzati e seguaci di Cristo.

Se nuova fede sorge,

spesso fedeltà e amore

come erba grama si estirpano.

E già tutta la casa era nel silenzio,

padre, figlie, solo la madre veglia;

accoglie l'ospite con fare benevolo,

sùbito lo si porta nella stanza più bella.

Vino e cibo spiccano prima

che il desiderio esprima:

gli augura buona notte da dispensiera sollecita.

Ma di fronte a così ricca mensa

non gli viene la voglia di cibo;

cibo e bevanda dimentica per la stanchezza

e si getta sul giaciglio vestito;

mentre il sonno lo coglie,

ecco uno strano ospite

che per la porta aperta si fa vivo.

Allora vede al bagliore della lampada

una ragazza, in velo e abito bianco,

entrare, silente e pudica, nella stanza,

intorno alla fronte un nastro nero e dorato.

Come lei lo scorge,

solleva con stupore,

è tutta un fremito, una bianca mano.

«Sono io,» esclama, «in casa tanto straniera

che dell'ospite non ho saputo nulla?

Così in clausura sono prigioniera!

Ora con violenza la vergogna mi turba.

Tu séguita tranquillo

a riposare sul giaciglio,

e io me n'andrò, svelta come sono venuta.»

«Rimani, bella fanciulla!» grida il ragazzo,

e dal suo letto rapido balza:

«Qui ci sono i doni di Cerere, di Bacco,

e tu porti Amore, fanciulla cara!

Sei smorta di terrore!

Vieni, vediamo, amore,

quanto siano felici le divinità.»

«Rimani lontano, férmati, giovinetto!

Gioie più non mi sono riserbate.

È compiuto per me il passo estremo,

per l'insana follia della buona madre,

che, guarendo, per il futuro

giovinezza e natura

ha, con un giuramento, al cielo consacrate.

Il vario stuolo degli dèi d'un tempo

ha svuotato la casa silente d'un tratto.

Invisibile Uno solo sta nel cielo,

e un Redentore in croce è venerato;

vittime in questo luogo

non agnello né toro,

la vittima, inaudita, è l'essere umano.»

Lui interroga e pesa ogni parola;

non una sfugge al suo animo, una soltanto.

«È dunque vero che l'amata sposa

mi sta dinanzi in questo luogo appartato?

Puoi essere mia ormai,

giurando i nostri padri

per noi la grazia divina hanno impetrato.»

«Io non sarò mai tua, anima cara!

A mia sorella minore ti riserbano.

Mentre mi affliggo in silente clausura,

oh, nelle sue braccia, pensa

a colei che pensa a te soltanto,

che si tormenta amandoti,

che presto si nasconderà nella terra.»

«No! Per questa fiamma che Imene ci mostra

in benevolo presagio, te lo posso giurare;

tu non sei perduta per me e per la gioia,

vieni con me in casa di mio padre.

Amata, resta qui!

Festeggia insieme con me

il nostro, inatteso, banchetto nuziale.»

E si scambiano i segni di fede a vicenda:

lei gli offre la collana d'oro,

e lui vuole darle una coppa argentea,

non esiste lavoro più prezioso.

«Questa non fa per me,

io ti prego che

una tua ciocca mi sia data in dono.»

Solo mentre l'ora cupa degli spettri scoccava,

un senso di sollievo la pervase.

Con bocca smorta, suggeva avida

il vino, scuro, colore del sangue.

Ma del pane di frumento,

che le offriva benevolo,

lei non prese la più piccola parte.

E il giovane bevve la coppa di vino

avido, in fretta, come lei che gliela porse.

Amore lui chiede nel tacito convito;

malato di passione il suo povero cuore.

Ma lei si nega

a ogni sua preghiera,

fino a che in pianto egli cadde sul giaciglio.

E lei viene e accanto a lui distesa:

«Ah, come soffro vedendo il tuo strazio!

Ma sentirai, toccando le mie membra,

con un brivido, quello che ti ho celato.

La bella

che ti sei scelta

è bianca come neve ma fredda come il ghiaccio.»

Con impeto l'afferra tra le braccia valide,

un amore giovanile lo pervade con la sua forza:

«Spera di scaldarti con me, anche

se tu mi fossi inviata dalla tomba!

Scambio di aliti e baci.

Amore che dilaghi!

Non ardi e non senti il fuoco che mi divora?»

L'amore in lacci sempre più stretti li annoda,

al piacere si mescola il pianto;

lei sugge avida le fiamme della sua bocca,

uno è conscio di sé solo nell'altro.

L'amore del giovane è smania

che in lei il gelido sangue riscalda,

ma nel suo petto il cuore è senza battito.

Intanto la madre si insinua nel corridoio,

intenta a tardivi, domestici lavori,

vicino alla porta resta a lungo in ascolto,

che cosa sia mai quello strano rumore.

Lamento e grido voluttuoso

di sposa e di sposo,

e il delirante balbettio d'amore.

Accanto alla porta rimane immobile,

perché lei prima deve persuadersi,

e sente i più solenni giuramenti d'amore,

con fastidio, frasi d'amore carezzevoli:

«Il gallo si sveglia, zitto!» -

«Ma tu domani notte

sarai qui di nuovo?» - e baci innumerevoli.

La madre non trattiene più la sua ira,

apre in fretta il noto chiavistello:

«Simili sgualdrine ci sono in casa mia,

così pronte alle voglie dello straniero?»

Quando entra nella stanza,

alla luce della lampada

vede la propria figlia - o cielo.

E il giovane nel terrore di quell'attimo

vuole coprire l'amata con i veli

di fanciulla, con il drappo,

ma lei si districa da quelle vesti.

La sua figura

si alza, lunga

e lenta sul letto, con la forza degli spettri.

«Madre, madre!» Cupa è la sua voce,

«Così la bella notte volete negarmi!

Mi cacciate dunque da questo tepore.

Mi sono destata solo per disperarmi?

Non vi è bastato

che, avvolta nel sudario,

mi portaste nella tomba nel fiore degli anni?

Ma dall'angustia delle lastre grevi

un giudizio che pronuncio io stessa, mi muove.

Inutili le nenie dei vostri preti,

inutile la loro benedizione;

né il sale né l'acqua

raggela la giovinezza che palpita;

ah, la terra non raggela l'amore!

Questo giovane mi fu promesso quando

ancora il sereno tempio di Venere si ergeva.

Madre, il patto voi avete infranto

per il voto a una fede falsa e straniera.

Ma nessun dio, se la madre

giura di negare

la mano della figlia, ascolta la preghiera.

Sono cacciata via dal sepolcro,

in cerca del bene che rimpiango ancora,

per amare l'ormai perduto sposo

e suggere il sangue del suo cuore.

Dopo la sua fine,

mi volgo ad altre vite,

e la giovane stirpe soggiace al furore.

Bel giovane, più a lungo non vivrai;

tu ti estinguerai in questo luogo.

La mia collana io ti donai;

la tua ciocca via mi porto.

Osserva, esaminala,

sarai grigio domani

e soltanto laggiù sarai bruno di nuovo.

Ascolta, madre, la mia ultima preghiera:

appresta, per le esequie, il rogo,

apri l'arca angosciosa che mi serra,

porta gli amanti nelle fiamme al riposo!

Quando sfavilla e rovente

arde la cenere,

agli antichi dèi corriamo incontro.»

No comments: